Das Thema kostenloser ÖPNV ist eine schwarz-rote Mogelpackung: „Die Bundesregierung hat jahrelang nichts gegen eine drohende Klage vor dem Europäischen Gerichtshof getan. Nun wird, kurz vor 12, ein unausgegorener Vorschlag in den Raum geworfen, der so mit Sicherheit nicht umsetzbar sein wird“, so Udo Reins, stellvertretender Vorsitzender der FDP Hamm. „Klar ist: Kostenlos kann der ÖPNV auf keinen Fall sein. Es zahlt auf jeden Fall der Steuerzahler – wir alle.“

Die FDP Hamm weist darauf hin, dass das Verkehrsnetz in Hamm schon jetzt nicht darauf ausgelegt ist, flächendeckend als Ersatz fürs eigene Auto zu dienen. „Es müssten massiv neue Busse angeschafft werden, hinzu kämen die Personalkosten“, sagt Reins.

Die massenweise Anschaffung von Elektrobussen war von den Stadtwerken übrigens gerade erst wegen der hohen Kosten abgelehnt worden.

Schon ein einfaches Beispiel zeige, wie unrealistisch eine flächendeckende ÖPNV-Anbindung ist, so Reins: „Selbst wenn man viele Millionen in die Hand nähme, wäre es unwahrscheinlich, abgelegene Ortsteile wie Süddinker oder Vöckinghausen so anzubinden, dass die Menschen für den Weg zur Arbeit, zur Schule, zum Verein und zum Einkaufen ganz aufs Auto verzichten könnten.“

Das FDP-Fazit: „Kostenloser ÖPNV sollte, wenn, dann in den Großstädten wie Köln und Düsseldorf probiert werden. In Hamm ist er weder finanzierbar, noch umsetzbar, noch brauchen wir ihn. Unsere Randgebiete sind sehr ländlich, dort braucht es keine Sofortmaßnahmen gegen Luftverschmutzung.“