In der Debatte um eine mögliche Sekundarschule am Standort der Karlschule in Heessen wirft Ludger Dorenkamp, schulpolitischer Sprecher der FDP, der großen Koalition „absoluten Realitätsverlust“ vor. „CDU und SPD wollen in Heessen mit aller Macht ein Einheitsschulkonzept durchsetzen“, so Dorenkamp. „Dabei wäre gerade an diesem Standort ein kluges Vorgehen im Sinne der Schüler besonders wichtig. CDU und SPD haben aber von Anfang an Porzellan zerschlagen, indem sie die Leitung der Karlschule nicht einmal persönlich über ihre Pläne informiert haben. Man muss sich das einmal überlegen: Das Führungspersonal einer Hauptschule der Stadt Hamm erfährt aus der Zeitung, dass die politische Mehrheit in der Stadt nicht hinter ihrer Arbeit steht. Das ist ein unglaublicher Faux pas gewesen, und seitdem haben CDU und SPD nichts hinzugelernt.“

Dorenkamp erinnert daran, dass sich die Karlschule in den vergangenen Jahren ein eigenständiges Profil aufgebaut hat. Dazu gehören unter anderem besondere Maßnahmen zur Förderung von Schülern ohne Deutschkenntnisse. „Dieser Tage sind an mehreren Schulen in Hamm Auffangklassen für Flüchtlingskinder gebildet worden. Doch statt das Know how von der Karlschule zu nutzen, arbeiten CDU und SPD an der Zerschlagung der Schule.“

Denn die Versprechen des SPD-Chefs Kocker, das Profil der Karlschule zu erhalten, sei „nichts als leere Worte“. Denn, so Dorenkamp: „Herr Kocker als SPD-Politiker müsste wissen, dass seine eigene Landesregierung zwingend vorschreibt, dass beim Zusammengehen zweier Schulen alle Strukturen neu zu formen sind. Das System Karlschule wäre damit weg.“

Dorenkamp vermisst außerdem eine Äußerung von CDU und SPD dazu, wie eine Sekundarschule am Standort Karlschule überhaupt die erforderliche Mindestzahl von 75 Schülern im ersten Jahrgang erreichen will. Die Karlschule hat um die 20 Anmeldungen im 5. Jahrgang. An der Martin-Luther-Schule sieht es ähnlich aus. Das macht 40 Schüler für die 5. Klasse. Damit fehlten weitere 35 Kinder für die vom Land vorgegebene Mindestanmeldezahl. „Vor diesem Hintergrund fordern wir vor allem von der CDU, die ja bisher für ein gegliedertes Schulsystem war, ein Bekenntnis zu der gut laufenden Realschule Heessen“, so Dorenkamp.