Angst vor Radwegen als Erklärung für mehr Neuzulassungen bei Autos? Das ist absurd, so die FDP Hamm. FDP-Gruppensprecher Ingo Müller warnt: „Wir dürfen nicht Vorstellungen auf die Bürger projizieren, nur weil einige Interessenvertreter sie für wünschenswert halten. Wenn die Menschen Auto statt Rad fahren, dann deshalb, weil sie möglichst flexibel unterwegs sein möchten.“

Zum Umsteigen werde man die Menschen nur bringen, wenn man ihnen ein möglichst vielfältiges und zuverlässiges Mobilitätsangebot macht, so der Gruppensprecher.

Ausdrücklich weist die FDP damit die Aussage des Hammer ADFC zurück, schlecht ausgestattete Radwege seien daran schuld, dass in Hamm immer mehr neue Autos angemeldet werden. Dagegen sprechen die Zahlen: „Den Trend der steigenden Neuzulassungen beobachten wir in ganz Deutschland: Bundesweit steigt die Zahl der Neuzulassungen seit fünf Jahren an“, so Müller.

Die Menschen entschieden sich für das Auto, weil sie das so wollten. Daher hält die FDP einseitige Maßnahmen und Verbote für unsinnig. Stattdessen setzt sie auf ein ganzheitliches Mobilitätskonzept, in dem vielfältige Maßnahmen erprobt werden sollen: von einer besseren Vertaktung von Bus und Schiene bis hin zu verbesserten Radstellplätzen und kostenlosen Ladestationen für E-Bikes. Auf FDP-Antrag soll dabei auch in die Zukunft gedacht werden – etwa daran, ob künftig online gebuchte On-demand-Shuttles in dünner besiedelten Gebieten für ein verlässliches ÖPNV-Angebot sorgen könnten. Der FDP-Antrag wurde in der Juli-Ratssitzung beschlossen.