Jüngst musste die grüne Schulministerin Silvia Löhrmann wieder einmal einen Offenbarungseid leisten: An den Schulen in NRW fehlen insgesamt 3 500 Lehrer. Allein 1 000 dieser Stellen sind an Gymnasien vakant. „Rot-Grün lässt unsere Schulen systematisch ausbluten“, sagt Ludger Dorenkamp, schulpolitischer Sprecher der Hammer FDP.

Der Grund liegt auf der Hand. „Besonders Realschulen und Gymnasien erhalten derzeit keinen Ersatz für scheidende Lehrer, zum Beispiel, wenn jemand in den Ruhestand geht. Solche Stellen werden auch dann nicht besetzt, wenn der scheidende Lehrer ein Hauptfach wie Deutsch unterrichtet hat.“ Derzeit können laut dem Landesrechnungshof 67 Prozent der Gymnasien und 76 Prozent der Realschulen ihre Stundentafel nicht erfüllen, das heißt: Der vorgesehene Unterricht wird nicht voll erteilt.

Dahinter steckt, so Dorenkamp, eine systematische Bevorzugung der Gesamt- und Sekundarschulen. „Viele Sekundarschulen werden derzeit noch großzügig mit Lehrern ausgestattet. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Das Land muss sparen, schon deshalb, weil in fünf Jahren die Schuldenbremse in Kraft tritt. Dann werden auch an den jetzt bevorzugten Schulen nicht mehr so großzügig Lehrerstellen verteilt. Insgesamt wird damit die Qualität der Schulbildung in unserem Land schlechter.“

Dorenkamp nimmt die große Koalition in Hamm in die Pflicht. „Ich fordere sie dazu auf, dafür zu sorgen, dass die Hammer Schulen nicht unter den in Düsseldorf gemachten Verhältnissen leiden. Ich erwarte, dass CDU und SPD ihre Mehrheit dazu nutzen, für die Hammer Schüler Verbesserungen zu erreichen.“

Dafür schlägt er konkret vor: „CDU und SPD lassen umgehend feststellen, an welchen Realschulen und Gymnasien Lehrerstellen fehlen –  besonders mit Blick auf die Hauptfächer. Dann muss die Hammer Koalition endlich Druck in Düsseldorf machen, damit diese Stellen umgehend besetzt werden. Sie muss jetzt handeln, bevor in diesem Schuljahr noch mehr Fachunterricht ausfällt.“