Auf der „grünen Welle“ surfen ohne Drängelei, aber auch ohne Schleicherei. Ampeln, die auf Staus reagieren – das ist keine Utopie, sondern Realität. Leider nicht in Hamm: Umgesetzt wird dies derzeit in Wuppertal. Die FDP fordert eine umfassende moderne Verkehrssteuerung auch für Hamm.

„Das bedeutet eine smarte Lenkung von Verkehrsflüssen, das bedeutet Vermeidung von Staus und Lärm, und das bedeutet eine Reduzierung von Luftbelastung“, so FDP-Ratskandidatin Marion Kötters-Wenner.

Möglich werden soll dies nach den Plänen der FDP durch eine moderne Sensorik an den Ampeln, teilweise aber auch an den Straßenrändern. Dafür müssten diese unter anderem mit Glasfaser-Anschlüssen ausgestattet werden.

Das Projekt in Wuppertal soll Verkehrsaufkommen und Umweltdaten messen, auswerten und sich selbstlernend weiterentwickeln. „Das soll bei uns in Hamm auch möglich werden. Hamm muss Vorreiter werden“, fordert Kötters-Wenner.

In diesem Zusammenhang bezeichnet sie das App-Projekt, das derzeit auf der Wilhelmstraße getestet wird, als „viel zu kurz gesprungen“. Kötters-Wenner dazu: „Die Stadt ruht sich darauf aus, dass sie an einem Projekt des Bundesverkehrsministeriums teilnehmen kann. Konkret wird aber nur getestet, Ergebnisse soll es erst im kommenden Jahr geben. Da können wir uns ausrechnen: Auch nächstes Jahr wird es wohl keine konkreten Maßnahmen in Richtung digitale Verkehrssteuerung geben.“

Zudem werde der Test wenig aussagekräftig sein, denn: Getestet wird zum Einen in der Corona-Zeit, außerdem sind gerade Sommerferien. „Es wird also nicht unter normalen Verkehrsbedingungen getestet.“

Die FDP hatte bereits 2019 im Rat beantragt, dass Hamm ein modernes Mobilitätskonzept bekommt. Umgesetzt ist davon bislang nichts. „Die Koalition steht auf der Bremse, wo sie eigentlich vorangehen müsste. Digitalisierung muss in Hamm endlich Chefsache werden.“