Der bildungspolitische Sprecher der FDP, Ludger Dorenkamp, hält die Forderung von Pro Hamm für fahrlässig, nach der die Realschule Heessen in einer Sekundarschule aufgehen soll. „Pro Hamm stellt ohne Not die gut funktionierende Realschule in Frage. Herrn Unverdorben geht es ganz offensichtlich nicht um gute Bildung für Heessener Schüler, sondern es geht ihm um eine fixe Idee von einer Gemeinschaftsschule als bildungspolitisches Allheilmittel. Das ist nicht nur sachlich falsch, sondern es ist auch schädlich für die Realschule Heessen und die Schulvielfalt im Bezirk insgesamt.“

Die Rufe nach einer Sekundarschule wiedersprächen vor allem dem Elterninteresse, betont Dorenkamp. Denn die Realschule Heessen verzeichnet in den vergangenen Jahren stabile Anmeldezahlen.

Allerdings bleiben die Anmeldezahlen der Heessener Hauptschulen unter 75 pro Jahr – die für die Gründung einer neuen Schule erforderlich wären. „Das weiß auch die SPD, die ja erklärtermaßen aus den beiden Hauptschulen eine neue Sekundarschule formen will“, sagt Dorenkamp.

„Wir befürchten daher, dass die große Koalition von den Pro-Hamm-Vorstellungen insgeheim gar nicht so weit entfernt ist. Es wäre eine schlechte Nachricht für Heessen, wenn die SPD ihre heiß geliebte Gemeinschaftsschul-Idee auf Kosten der Realschule durchsetzen und die CDU dazu weiterhin zustimmend schweigen würde.“

Dorenkamp erinnert auch daran, dass sich weder CDU noch SPD dazu geäußert haben, wie die besondere pädagogische Arbeit der Karlschule in einem solchen Konstrukt bestehen bleiben könnte.