Die FDP-Ratsherren werden den Plänen der großen Koalition zu Lippeaue und Kanalkante in der Ratssitzung kommende Woche nicht zustimmen. Warum, erklären wir hier.

1. Der erste und wichtigste Grund: Die Pläne reichen nicht aus, um die Innenstadt aufzuwerten. Ein Strand und vielleicht ein bisschen Gastronomie – das hat zu wenig Wirkung. Zumal die Menschen kaum bequem dorthin gelangen könnten, denn eine Verbindung für Fußgänger über die stark befahrende Adenauerallee wird sich als schwierig gestalten.

2. Hier werden ohne Not Fakten geschaffen. Damit werden die wertvollen Flächen am Wasser verramscht. Wir schlagen alternativ vor: eine ergebnisoffene Debatte darüber, was dort möglich wäre. Dafür sollten wir uns auch Zeit lassen. Schließlich geht es darum, wie Hamm in den kommenden Jahren und Jahrzehnten aussehen soll.

3. Zu wenig Strahlkraft für die Innenstadt. Ziel muss sein, Hamm attraktiver zu machen, damit mehr Menschen hierher kommen, hier einkaufen und Zeit verbringen wollen. Wir befürchten: Etwas Gastronomie an der Kanalkante wird zu wenig Wirkung haben, um mehr Besucher zu locken. Dann werden die Besucherströme in der City, die wir haben nur zerfasert. Am Ende könnte die Innenstadt sogar darunter leiden.

4. Den Bürgern wird zwar viel versprochen. Die SPD baut hohe Luftschlösser. Von einem Dampfer oder einem Steintheater war die Rede. Nur: Das alles wird nicht gehen. Der Bereich nördlich der Lippe ist Rückhaltegebiet für Hochwasser. Ein möglicher Strand oder Aktionsbereiche könnten also jederzeit geflutet werden.

5. Umweltschutz ist wichtig. Daher hat die FDP den Life-Projekten in Hamm, etwa in Oberwerries, auch stets zugestimmt. Aber: In Innenstadtnähe müssen die Bürger im Mittelpunkt stehen. Wir befürchten, dass dies aus dem Blickpunkt gerät und wir am Ende nicht mehr haben als ein Naturschutzgebiet mit mehr oder weniger strengen Auflagen.