Keine Sonntagsöffnung für die Bibliothek – das ist eine schlechte Entscheidung für das Bahnhofsquartier. FDP-Gruppensprecher Ingo Müller: „Die Absage von Büchereileiter Jens Boyer an eine Sonntagsöffnung ist eine Absage an ein lebendiges Bahnhofsquartier!“

Die FDP hatte die Sonntagsöffnung der Bücherei schon vor einem Jahr beantragt – im Zusammenhang mit einer Stärkung des Bahnhofsquartiers als Aufenthaltsort. Dieser Antrag war im Rat einstimmig angenommen worden.

„Unser Ziel ist, dass die Bibliothek zu einem ,dritten Ort‘ wird – also einem Ort, an dem Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Interessen zusammenkommen“, so Müller.

Erfahrungen aus anderen Städten zeigen, dass eine Sonntagsöffnung gerade berufstätige Menschen anlockt, aber auch für Familien attraktiv ist. Schüler und Studenten nutzen Bibliotheken sonntags häufig zum Lernen. „Eine Bibliothek, die sonntags öffnet, hat eine ganz wesentliche soziale Funktion. Hier geht es um Kultur als Teilhabemöglichkeit für alle“, erklärt Müller. Das ist auch das erklärte Ziel des Bibliotheksstärkungsgesetzes, das 2019 beschlossen wurde und die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Sonntagsöffnung schafft.

Die FDP will die Koalition verpflichten, die Bibliothek durch die Sonntagsöffnung aufzuwerten. „Es kann nicht sein, dass sich die Verwaltung auf ein Kostenargument zurückzieht“, ärgert sich Müller. „Wieder einmal fällt die Kultur dem Rotstift zum Opfer. Dabei wird aber übersehen, dass gerade die Bibliotheken an dieser Stelle einen wichtigen Beitrag zu Bildung, lebenslangem Lernen und sozialem Zusammenhalt zu leisten haben.“