Die Klimadebatte ist von zentraler Wichtigkeit – dennoch dürfen Klima-Argumente nicht dazu führen, dass eine sachliche politische Debatte nicht mehr möglich ist. Diese Befürchtung hat FDP-Bezirksvertreter Udo Reins. „Wir erleben gerade, wie in Rhynern eine anonyme Gruppe versucht, mit teils fingierten Argumenten Stimmung gegen das Neubaugebiet Dierhagenweg zu machen. Das geht zu weit.“

Reins möchte die Debatte versachlichen. „Dazu gehört vor allem, dass gesagt wird, worum es geht und wer dahinter steckt. Wenn wir im Bezirk nicht mehr offen diskutieren können, dann ist es weit genug gekommen.“

Klima-Argumente würden auch gegen den Ausbau der A 445 vorgebracht – obwohl der Verkehrsdruck zunimmt. „Auch wenn das nicht jedem passt: Irgendwo müssen die Lkw ja hin“, so Reins. „Hamm ist Logistikstandort. Daran, dass wir gut erreichbar sind, hängen Jobs.“ Daran sollten auch die Fridays-for-Future-Demonstranten denken, mahnt er.

Reins wünscht sich für die politische Debatte wieder mehr Gelassenheit: Vernünftige Problemlösungen müssten erarbeitet werden. Dabei müssten auch Kompromisse eingegangen werden. „Klimapolitik darf nicht zu Stillstand führen.“

Die FDP hatte die Ausrufung des Klimanotstandes in Hamm im Rat aus genau diesen Gründen nicht mitgetragen. „Es wird derzeit leider nicht darüber gesprochen, wie Wandel gestaltet werden kann, sondern nur noch darüber, was verboten oder beschränkt werden soll. Ich glaube, damit erreicht man die Bürger in der Breite nicht.“