Die FDP gibt den Ausführungen des Grünen Siegbert Künzel zu den Lippeauen Recht: „Die Diagnose stimmt“, sagt FDP-Gruppensprecher Ingo Müller. „CDU und SPD versuchen mit den Lippeauen-Plänen, Dinge zusammenzubringen, die nicht zusammenpassen. Umweltschutz einerseits und das Interesse der Bürger an einem Freizeitbereich andererseits sind hier nicht unter einen Hut zu bringen.“

Die FDP habe von Beginn an darauf hingewiesen, dass das von der Koalition angepriesene Miteinander von Mensch und Natur in den innenstadtnahen Lippewiesen nicht funktionieren kann. „Die Menschen erwarten von einem citynahen Freizeitgebiet zu Recht einen attraktiven Aufenthaltsraum, den sie ungehindert von strengen Naturschutzauflagen nutzen können. Konzerte, Sport, sommerliche Aktionen am Lippestrand – das alles macht eben auch Lärm und Müll. Das wird einen heftigen Interessenkonflikt geben, wenn gleichzeitig Umweltauflagen zur Gestaltung der Lippeauen gemacht werden“, warnt Müller.

Während die FDP Künzels Diagnose zustimmt, kommt sie aber zu einem grundsätzlich anderen Schluss: „Es geht hier um einen innenstadtnahen Bereich. Die Interessen der Bürger müssen hier Vorrang haben. Wir können keinen Grüngürtel schaffen und den Menschen hinterher erzählen, dass sie nur auf Holzstegen hindurchgehen dürfen. Wir brauchen attraktive Freizeitflächen und dazu ein Konzept, um diese Flächen an die Innenstadt anzubinden.“

Die FDP fordert, dass in dem Realisierungswettbewerb, den die Koalition bis Jahresende durchführen lassen will, auch das Thema Wirtschaft berücksichtigt wird. „Wir sind davon überzeugt, dass es zu kurz gedacht ist, wenn wir nur über einen Grillplatz oder Stufen am Wasser sprechen. Wer das Potenzial der Wassernähe nutzen und die Stadt beleben will, braucht auch Firmen, die sich in der Nähe ansiedeln. Das brächte Frequenz und die notwendige Belebung, die der wassernahe Bereich braucht.“