Wieder einmal baut die SPD ein Luftschloss: Dieses Mal trägt es den Namen Bürgersaal. „Dabei bleibt die SPD den Bürgern wieder wesentliche Informationen schuldig“, so die FDP-Bezirksvertreterin in Bockum-Hövel, Stefani Müller-Veit. „Die wichtigste Information, die die SPD nicht nennt, ist: Wer soll einen Bürgersaal denn finanzieren?“

Vor diesem Hintergrund sei die „Befragungsaktion“, die die SPD jüngst auf dem Bockum-Höveler Markt durchführte, nicht ernst zu nehmen: „Das ist so wie mit dem Freibad-Vorstoß der Linken. Wenn Sie die Menschen fragen, ob sie ein Freibad haben möchten, sagen natürlich alle Ja. Wenn Sie sie fragen, ob sie dafür höhere Eintrittspreise zahlen wollen, sieht die Sache schon deutlich anders aus.“

Auch der sachliche Hintergrund stimme bei der SPD nicht. Der Saalbau war ein Bürgersaal und wurde 2003 verkauft, weil die Stadt die Unterhaltskosten nicht mehr tragen wollte. Offenbar rentierte er sich nicht. Heute hingegen finden im privatisierten Saal größere Veranstaltungen statt, etwa Galaabende im Karneval oder Betriebsversammlungen. „Will die SPD allen Ernstes den privaten Gastronomen im Stadtbezirk die Kundschaft entziehen und deren Geschäft schwächen“, fragt Müller-Veit.

Die SPD habe nicht einmal ein Konzept. „Die SPD sagt nicht, wer den Saal bewirtschaften soll, wo das Geld dafür herkommt“, zählt Müller-Veit auf. „Die SPD will außerdem einen Neubar auf der Fläche der ehemaligen Turnhalle der Albert-Schweitzer-Schule. Offenbar hat sie sich keine Gedanken gemacht, wie der Lärm von einem Veranstaltungsort und ein künftiges Mehrgenerationenwohnen an der Stelle zusammenpassen sollen.“