Der ASH will künftig nicht mehr in enge Straßen hineinfahren – dort wird der Bürger, zumindest für ein Stück, seine eigene Müllabfuhr. „Es ist schwer vorstellbar, dass die Müllabfuhr, die jahrelang offenbar so gut funktioniert hat, plötzlich nicht mehr zulässig sein soll“, so FDP-Ratsherr Uli Reuter. Die FDP vermutet dahinter ein ganz anderes Thema.

„Noch im Zuge der Haushaltsplanberatungen 2018 betonte die Koalition stolz, dass die Gebühren stabil bleiben“, so Reuter. „Nun kann der Verdacht aufkommen, dass Gebührenstabilität erkauft wird durch eine Einschränkung des Abhol-Services. Zumal demnächst wohl auch weitere Straßen unter die neue Regelung fallen sollen.“

Für diesen Verdacht spreche zum Beispiel, dass die betroffene Unfallverhütungsvorschrift seit 40 Jahren existiere – und bisher kein Problem darstellte. Dafür spreche auch, dass Anwohner, die aus Alters- oder Krankheitsgründen keine Tonne schleppen könnten, zwar einen Abholdienst beauftragen könnten – aber für stolze 250 Euro im Jahr.

Es gebe nun zwei Möglichkeiten, so Reuter: Entweder, der ASH schicke sein Personal zu Fuß in die Straßen – bei gleicher Gebühr. Oder die Betroffenen zahlten eine geringere Gebühr, weil die Leistung eingeschränkt wird. „Das Problem müsste der Koalition schon vor der Gebührensetzung bekannt gewesen sein. Daher ist ihr hier entweder vorzuwerfen, dass sie sich schlecht informiert hat – oder dass sie den Bürgern gegenüber unehrlich war.“