Die FDP will den Nahverkehrsplan der GroKo in der kommenden Woche im Rat noch nicht beschließen. Stattdessen reichen die Liberalen zum Rat eine umfangreiche Liste mit Nachbesserungsvorschlägen ein. Ganz oben auf der Liste stehen: Digitalisierung und solide Finanzen.

FDP-Gruppensprecher Ingo Müller, Ratsherr Uli Reuter und Marion Kötters-Wenner, FDP-Vertreterin im Aufsichtsrat der Stadtwerke, erklären: „Der Nahverkehrsplan der GroKo ist kein großer Wurf, sondern ein kleines Würfchen.“

Die FDP hingegen fordert: ein umfassendes Digitalkonzept mit einer App, über die Tickets problemlos gebucht werden können. Eine digitale On-Demand-Lösung für die ländlichen Bereiche. Flexibel einsetzbare Kleinbusse auf Nebenstrecken. Und: einen Verkehrsversuch mit schnellen Busspuren auf der Ostenallee. „Nur mit einem schnellen, zuverlässigen ÖPNV bekommt man die Menschen dazu, das Auto auch mal stehen zu lassen.“

Die FDP wirft der Koalition zudem vor: Der Nahverkehrsplan ist nicht finanziell solide geplant. So sollen Maßnahmen wie das von CDU und SPD eingebrachte kostenlose Ticket für Unter-18-Jährige ca. 900 000 Euro kosten. Hinzu käme noch mindestens 1 Million Euro für die Erweiterung der Linie 15 zur Ringbuslinie, Anschaffung neuer Busse etc. „Woher sollen diese insgesamt mindestens 2 Millionen zusätzlich kommen“, fragt die FDP.

Ihre Befürchtung: CDU und SPD planen eine zusätzliche Sparrunde bei den Stadtwerken – zu Lasten der Beschäftigten. Und letztlich würden wohl auch die Bürger die geplante „Ringbuslinie“ über höhere Strompreise mitfinanzieren.