Ludger Dorenkamp: Große Koalition soll sagen, ob sie die Realschule Heessen noch will

Die Rechnung der Sozialdemokraten kann nicht aufgehen: Allein weil zu wenige Schüler da wären, hätte eine Sekundarschule in Heessen keine Chance, sagt Ludger Dorenkamp, schulpolitischer Sprecher der FDP. „Herr Lindemann hat es doch selbst gesagt: Die erforderliche Mindest-Schülerzahl von 75 würde nicht erreicht. Damit gäbe es keine Genehmigung aus Arnsberg. Das müsste die SPD eigentlich wissen, denn diese Regelung geht von der rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf aus. Auch die Hammer Sozialdemokraten können sich die Welt nicht gegen die Anweisungen der Schulministerin zurechtstricken.“

Wenn man die gerade bekannt gegebenen Anmeldezahlen für die künftigen Klassen 5 der Martin-Luther-Schule und der Karlschule addiert, kommt man auf 49. „Wo will Herr Lindemann auf Dauer um die 26 Kinder hernehmen?“ fragt Dorenkamp. „Wir haben in Heessen eine Realschule mit stabilen Anmeldezahlen. Ich kann die SPD-Pläne nur so verstehen, dass diese Realschule geschlossen werden soll, um mit ihrem Schülerpotenzial eine Sekundarschule einzurichten. In dem Fall fordere ich die große Koalition auf, offen zuzugeben, dass sie die Realschule Heessen nicht mehr will.“ Dorenkamp verlangt dazu eine klare Aussage auch von der CDU. „Bisher haben sich die Christdemokraten zum mehrgliedrigen Schulsystem bekannt. Ich erwarte, dass sie ihren Wählern offen sagen, ob das noch so ist.“

Dorenkamp hält die Pläne zur Umwandlung der Karlschule in eine Sekundarschule auch aus fachlichen Gründen für einen Fehler. „Diese Schule hat ein in Hamm einzigartiges Profil entwickelt“, sagt er. „Die Karlschule ist darauf spezialisiert, Schüler, die mit keinen oder wenigen Deutschkenntnissen nach Hamm kommen, zu fördern. Sie bietet ihnen einen Einstieg in unser Schulsystem. Diese Leistung sollte gewürdigt werden.“

Eine Umwandlung würde nach dem Schulgesetz effektiv die Schließung der Karlschule mit ihrer jetzigen Struktur bedeuten. „Wollen wir wirklich eine Schule abschaffen, die Expertise in der Vermittlung von Deutschkenntnissen hat, gerade in einer Zeit, in der andere Schule von diesen Erfahrungen profitieren könnten? Ich erinnere daran, dass wir in der nächsten Zeit mehr Auffangklassen schaffen müssen, um Kinder aus Flüchtlingsfamilien Chancen auf Bildung zu bieten. Hier kann die Karlschule eine wichtige Rolle spielen.“ Dorenkamp fordert die SPD auf, die Arbeit der Karlschule anzuerkennen und damit auch ihre wichtige Position in der Hammer Schullandschaft zu akzeptieren.