Die FDP hat bei der CDU offenbar einen Nerv getroffen. „Da Herr Hilwig auf unseren Standpunkt in der Schuldebatte so empfindlich reagiert, liegen wir ganz offensichtlich richtig: Die CDU hat tatsächlich keinen Plan, wie sie die Schullandschaft in Heessen ordnen will, nachdem sie ihrem Koalitionspartner SPD auf massiven Druck hin eine Sekundarschule versprechen musste“, sagt der schulpolitische Sprecher der FDP, Ludger Dorenkamp.

Er erinnert daran, dass CDU und SPD selbst die Schuldebatte in Heessen mit den Planungen für die Sekundarschule begonnen hatte. Die Koalition hatte allein schon durch die Einstellung von Geldern für die Planung in den aktuellen Haushalt den Eindruck erweckt, unbedingt Fakten schaffen zu wollen. „Das bedeutet: Es wird konkret Druck gemacht in Heessen, und zwar ohne Not“, so Dorenkamp. „Der Grund dafür liegt einfach darin, dass die SPD unbedingt Einheitsschulen will. Daran ist nicht einmal Herr Kocker selbst schuld, sondern das liegt daran, dass seine Landesregierung die Einheitsschulen mit aller Macht flächendeckend einführen will. Was ich Herrn Kocker aber vorwerfe, ist, dass er kein wenig auf die lokalen Besonderheiten eingeht“, so Dorenkamp. „Jeder kann ausrechnen, dass die Schülerzahl in Heessen für eine neue Sekundarschule nicht reicht. Trotzdem versenkt die SPD Geld für Planungen, und die CDU schaut zu. Das ist nicht in Ordnung, das ist keine seriöse Schulpolitik.“

Der CDU wirft Dorenkamp daher ein Messen mit zweierlei Maß vor: „Sie will die Schuldebatte in Heessen sofort beenden, weil diese angeblich der Realschule schade – aber an die Hauptschulen verschwendet die CDU keinen Gedanken. Ist es der CDU etwa gleichgültig, dass die Debatte über die Sekundarschule der Karlschule schadet?“

Dorenkamp will Hilwig an seinen Aussagen messen – und nicht nur ihn: „Die CDU hat sich durch Herrn Hilwig zur Realschule Heessen und zu einem gegliederten Schulangebot bekannt. Wir werden sie zu gegebener Zeit daran erinnern.“