FDP verlangt, Kaufpreis für Schrottimmobilie von Gutachter prüfen zu lassen

Die FDP-Gruppe im Rat fordert ein Gutachten zur Bewertung des Grundstücks Ecke Münsterstraße/Heessener Straße. Anlass ist die Absicht der Stadtentwicklungsgesellschaft, das dort stehende Hochhaus für 1,8 Millionen Euro zu kaufen und für zusätzliches Geld abreißen zu lassen. „Wir verlangen, dass von unabhängiger Stelle geklärt wird, ob dieser Preis angemessen ist oder ob – was wir leider befürchten müssen – die Stadtentwicklungsgesellschaft dem Eigentümer einen völlig überhöhten Preis überweisen will“, erläutert Gruppensprecher Ingo Müller. „Die Stadtentwicklungsgesellschaft arbeitet mit dem Geld der Bürger. Sie ist es ihnen schuldig, Rechenschaft über ihre Ausgaben abzulegen. Sie ist es ihnen außerdem schuldig, ökonomisch vernünftig zu wirtschaften. Wenn sie Eigentümern von Schrottimmobilien überteuerte Preise zahlt, dann handelt sie nicht ökonomisch, sondern dann verschwendet sie das Geld der Hammer Bürger, und das dürfen wir nicht dulden.“

Bisher haben die Verantwortlichen aus CDU und SPD Anfragen und Anträge der FDP auf Offenlegung der SEG-Einkaufsliste abgewiesen. Die große Koalition argumentierte damit, dass die Einkaufsvorhaben geheim bleiben müssten, um die Preise nicht hochzutreiben. „Dieses Argument gilt nicht. Es liegt schon ein Preis auf dem Tisch“, sagt Müller. „Außerdem weiß inzwischen jeder Eigentümer, der in Hamm eine Schrottimmobilie hat, dass Schwarz-Rot sie um jeden Preis kaufen will. Die Karten liegen auf dem Tisch. Jetzt müssen wir untersuchen, ob hier fair gespielt wird.“

Die FDP hatte schon zur Gründung der Gesellschaft davor gewarnt, dass sie zu einer Bad Bank für Schrottimmobilien wird – auf Kosten der Hammer Bürger. Sie befürchtet aber, dass die Dinge noch viel schlimmer liegen. „CDU und SPD geben nicht nur das Geld der Hammer mit vollen Händen aus – sie wissen nicht einmal, was sie da tun!“ so Müller.

Es liegen bis heute keine Nachnutzungskonzepte für die Immobilien vor, die die SEG offenbar kaufen will. „Auf einmal will Herr Kocker an der Ecke Münsterstraße/Heessener Straße doch keine Bebauung, sondern lieber die Kreuzung erweitern. Stadtentwicklung ist doch kein Süßigkeitenladen, wo sich jeder eine gemischte Tüte zusammenstellen kann“, sagt Müller. „CDU und SPD haben überhaupt keinen Plan, wie sie Hamm entwickeln wollen, sondern nehmen die Dinge einfach, wie sie kommen. Das ist verantwortungslos.“