Die FDP will nicht, dass in Hamm Steingärten verboten werden. Gruppensprecher Ingo Müller sagt: „Grundsätzlich haben die Menschen ein Recht darauf, ihr persönliches Umfeld so zu gestalten, wie sie es möchten. Die Stadt kann zwar mit Satzungen bestimmte Gestaltungselemente vorgeben. Das geschieht ja auch in jedem Neubaugebiet. Aber sie sollte nicht anfangen, nachträglich eine einmal erlaubte Gestaltung zu verbieten.“

Anders liege der Fall dort, wo künftig neu gebaut und gestaltet wird – hier könne die Stadt mit Satzungen vorgeben, dass keine Steingärten eingerichtet werden dürfen. „Grundsätzlich halten wir es im Sinne des Klimaschutzes für richtig, dass die Stadt hier tätig wird“, sagt Müller. Das sei den Menschen als Maßnahme gegen die zunehmende Aufheizung der Stadt in den warmen Monaten auch gut zu erklären.

Allerdings seien Verbote für die bereits bestehenden Anlagen grundfalsch. „Wer hier ran will, muss Anreize setzen – alles andere würde von den Bürgern als Gängelei empfunden und nicht akzeptiert“, betont der Gruppensprecher. Allenfalls könnte die Stadt Förderung für diejenigen Vorgartenbesitzer anbieten, die sich bereiterklären, ihre Steingärten in grüne Gärten umzuwandeln.

Davon abgesehen seien Verbote hier schwer zu kontrollieren. „Wer will denn, dass das Ordnungsamt durch die Straßen geht und guckt, wer vor seinem Haus einen Steingarten hat? Das kann niemand ernsthaft wollen.“