Wie können Politiker die Bürger von einer Sache überzeugen, an die viele Politiker selbst nicht glauben? Es funktioniert gar nicht – wie derzeit zu sehen beim Thema Windkraft. Die große Koalition ist zerstritten über die Frage nach den Superwindrädern, die an der A2 gebaut werden sollen. „Der Streit sendet ein grundfalsches Signal an die Bürger“, so FDP-Gruppensprecher Ingo Müller. „Die Mischung aus Unentschlossenheit, Zögern und leider auch persönlichen Interessen, die derzeit vor allem die CDU zu dominieren scheint, ist fatal, denn sie zeigt den Menschen, dass die große Koalition, besonders die größte Fraktion im Rat, nicht in der Lage ist, eine klare Haltung zur Windkraft zu formulieren und entsprechend zu handeln.“

Die FDP schlägt vor: „Lassen wir die Pläne für die superhohen Windräder fallen. Der OB sagte selbst, es gebe in dieser Sache keinen Zeitdruck. Dann sollte der Rat der Stadt Hamm lieber gleich so konsequent sein und es lassen. Bei so vielen verschiedenen Positionen und Interessen sollten Politiker einen Teufel tun und so eine Sache weiterverfolgen. Wir laufen sonst Gefahr, dass der Eindruck entsteht, private Investitionswünsche würden höher gewertet als Allgemeininteressen. Politik ist dafür da, Interessen abzuwägen und dann eine klare Entscheidung zu treffen.“

Die FDP hat bereits vor längerer Zeit Position bezogen: Die Freien Demokraten werden im Rat und in den Ausschüssen Beschlüsse, die zum Bau von weiteren Windrädern führen, ablehnen. Die FDP hat großen Respekt vor dem Engagement der Bürgerinitiativen, die sich für ihr Lebensumfeld engagieren. Ingo Müller: „Wir erwarten von der großen Koalition, dass sie deutlich sagt, was Sache ist. Will sie die Windräder bauen lassen oder nicht? Ein Nein wäre bei der derzeitigen Lage die richtige Entscheidung: Die Bürger wollen die Windräder nicht, ein großer Teil der Politiker will die Windräder nicht. Das sollte als Grund genügen.“