Im Streit um das so genannte „Turbo-Abi“ wirbt die FDP dafür, endlich stabile Verhältnisse zu schaffen. Der Vorschlag von Rot-Grün in Düsseldorf, demzufolge Schüler sich demnächst aussuchen sollen, ob sie an ihrem Gymnasium eine zehnte Klasse einschieben wollen oder nicht, bringt nur noch mehr Verwirrung. Der schulpolitische Sprecher der FDP Hamm, Ludger Dorenkamp, meint dazu: „Das stellt die Schulen vor unlösbare Aufgaben. Denn damit müsste eigentlich jedes Gymnasium zwei Säulen vorhalten: eine mit dem Ziel G8, eine mit dem Ziel G9. Das funktioniert organisatorisch nicht.“ Was wäre zum Beispiel, wenn ein Schüler wechseln will? Und ab wann soll dann die zweite oder dritte Fremdsprache gelernt werden? „Das schafft Chaos und, noch schlimmer, lenkt die Schulen von ihrer eigentlichen Arbeit ab.“

Dorenkamp verweist auf das Beispiel der Hammer Schulen. „Wir haben fünf Gymnasien mit unterschiedlichen Ausrichtungen, plus die beruflichen Gymnasien. Das Angebot funktioniert in dieser Breite sehr gut. Wenn ein Schüler sich eher naturwissenschaftlich ausrichten will, wird er eine andere Wahl treffen als ein Schüler, der seinen Schwerpunkt auf Sprachen legt.“

So sollte es auch bei G8 funktionieren. „Wir als FDP werben dafür, dass jede Schule die Entscheidung treffen kann, ob sie G8 oder G9 anbietet. So bleibt die Wahlfreiheit gewahrt, gleichzeitig können die Schulen ein stabiles Angebot machen, das für Schüler und Eltern transparent ist.“