Die FDP-Bezirksvertreterin Stefani Müller-Veit kritisiert scharf die große Koalition in der BV Bockum-Hövel, die den Abriss der Albert-Schweitzer-Schule durchgewunken hat. „So geht es nicht“, ärgert sich Müller-Veit. „Die Vertreter von CDU und SPD waren vernünftigen Argumenten überhaupt nicht zugänglich. Dass sich in der Sitzung selbst neue Perspektiven ergaben, haben sie ignoriert.“

Diese neuen Gesichtspunkte hatten sich unter anderem aus der Einwohnerfragestunde ergeben. Dort hatte der Vertreter eines Immobilienunternehmens zu der Nachnutzung des Geländes Albert-Schweitzer-Schule nachgefragt. „Wenn es an der Stelle Interesse gibt: Warum muss dann der Bürger über den Haushalt den Abriss der Schule bezahlen, wenn es doch die Alternative gäbe, einen interessierten Investor zu beauftragen?“ fragt Müller-Veit.

Sie selbst hatte im März einen Antrag an die BV gestellt, die Verwaltung möge das Grundstück der Albert-Schweitzer-Schule verkaufen. „Es muss nicht sein, dass die Bürger die Entwicklung des Geländes finanzieren müssen. Jetzt wird mein Anliegen noch einmal bestätigt: Es gibt offenbar Vertreter aus der Branche, die Interesse haben. Es wäre also möglich gewesen, das Gelände zu veräußern und den Bürgern die 330 000 Euro Abrisskosten zu ersparen.“

Kritik übt Müller-Veit besonders an der SPD in Bockum-Hövel. „Die SPD laviert hin und her. Erst will sie eine Projektgruppe mit Bürgerbeteiligung gründen, die Vorschläge für das Gelände machen soll. In der Sitzung äußerte Herr Chatha, er hätte sich einen Vorschlag zur Nachnutzung durch die Verwaltung gewünscht. Den Vorschlag, diese Fläche mit in das beschlossene Stärkungskonzept einzubeziehen, hat die große Koalition auch nicht angenommen. Es entsteht immer mehr der Eindruck, dass die gepriesene Bürgernähe der SPD mehr Schein als Sein ist.