Die FDP-Gruppe wird die Vorlage zu den abgesagten verkaufsoffenen Sonntag im Rat ablehnen. Das kündigt Gruppensprecher Ingo Müller an. „Die Koalition sendet mit ihrem Einknicken das absolut falsche Signal“, so Müller. „Statt die Innenstadt und die Stadtteilzentren zu stärken und auf Rechtssicherheit für Beschäftigte hinzuwirken, verstecken sich CDU und SPD hinter einer befürchteten Klage – und tun gar nichts.“

Die Koalition sei den Beschäftigten gegenüber in der Pflicht, so die FDP. „CDU und SPD hätten längst die Möglichkeit gehabt, sich für eine Änderung der Gesetzeslage einzusetzen, etwa über die Kontakte der SPD in die Landesregierung. Dazu haben wir sie etwa im vergangenen November aufgefordert. Aber einmal mehr hat die Koalition nichts getan – und die Konsequenzen müssen jetzt andere tragen.“

Die FDP verweist auf die Schäden, die ein Wegfall der verkaufsoffenen Sonntage anrichtet. „Besonders für die Stadtteilzentren sind diese Sonntag enorm wichtig, um auf sich aufmerksam zu machen. Aber gerade auch die City braucht eigentlich mehr als vier Sonntage im Jahr“, so Müller. „Der Internethandel wird immer stärker. Wenn sich der Einzelhandel gegen die Online-Konkurrenz behaupten will, muss er sich auch sonntags präsentieren dürfen.“ Der Sonntag ist traditionell der stärkste Tag für den Online-Handel.

Das beste Beispiel dafür, wie unsinnig die Koalitionspläne sind, sei Herringen, sagt Müller: „Dieser Tag wird dort traditionell mit dem Maifeiertag begangen. Dort geht es nicht nur ums Einkaufen, sondern auch um Gemeinschaft, um Kultur und Aktion im Stadtteil. Auch das machen CDU und SPD durch ihr Einknicken vor Verdi kaputt.“