Die Schwimmfähigkeit der Hammer Grundschüler ist in weiten Teilen schlecht. Das geht aus einer Studie der Universität Duisburg-Essen hervor. Demzufolge können bis zu 50 Prozent der Grundschüler in Hamm nicht schwimmen. Eine nicht hinnehmbare Situation, sagt Beate Oertel, FDP-Vertreterin im Sportausschuss: „Schwimmen ist eine lebensrettende Fähigkeit. Es kann nicht sein, dass so viele Kinder sie nicht mehr sicher beherrschen.“

Die Studie wurde durch den Bewegungsforscher Dr. Dirk Hoffmann erstellt und Ende vergangenen Jahres im Sportausschuss vorgestellt. Bemerkenswert ist, so Oertel, dass es ein großes Gefälle zwischen den Stadtteilen gibt. So könnten in den östlichen Stadtteilen zirka 30 Prozent der Grundschulkinder nicht schwimmen, im Westen aber bis zu 70 Prozent. „Wir müssen genauer hinschauen, ob hier ein Zusammenhang mit einem höheren Anteil von Bewohnern mit Migrationshintergrund vorliegt“, so Oertel.

Eine erste Lehre aus der Studie müsse aber sein: „Wir müssen uns darum kümmern, dass das Schwimmenlernen wieder einen höheren Stellenwert erhält. Schon im Vorschulbereich müssen die Eltern sensibilisiert werden.“ Oertel weiter: „Es kann nicht sein, dass Hamm mit 13 Lehrschwimmbecken schon fast luxuriös ausgestattet ist, aber zu wenige Kinder schwimmen können.“

Als ersten Schritt schlägt Oertel vor: „Die Stadt muss sofort mehr tun, um auf Schwimmangebote aufmerksam zu machen. Dabei müssen alle Kanäle genutzt werden. Zuerst müsste endlich ein übersichtliches Angebot im Internet geschaffen werden, damit sich Eltern informieren können. Die Kapazitäten in den Becken sind ja laut Verwaltung vorhanden.“ Einen entsprechenden Antrag hatte Oertel im vergangenen Jahr an den Sportausschuss gestellt, dieser war aber abgelehnt worden.