Die FDP erneuert vor der Sondersitzung des Schulausschusses am 2. Juni ihre Kritik am Umgang mit der Inklusion in Hamm. „Hier kann auf keinen Fall von einer Erfolgsgeschichte gesprochen werden, da schon nach dem ersten Halbjahr Eltern wegen mangelnder Unterstützung keinen anderen Weg mehr sahen, als ihre Kinder von den Regelschulen wieder zurück auf eine Förderschule zu geben“, sagt der bildungspolitische Sprecher der FDP Hamm, Ludger Dorenkamp.

Er wirft der großen Koalition und der Verwaltung vor, Fakten zum Thema gezielt zurückzuhalten. „Ich verweise darauf, dass die Unterrichtung des Fachausschusses zur Inklusion bereits im vergangenen Jahr angekündigt war, dann aber über Monate verschleppt worden ist“, so Dorenkamp.

Die Stadt verfolge, ähnlich wie die rot-grüne Landesregierung, eine Stillhaltetaktik nach dem Motto: So lange ich nicht hinsehe, gibt’s auch keine Probleme. „Das ist grob fahrlässig allen betroffenen Kindern und ihren Eltern gegenüber“, so Dorenkamp. „Auch die Schulen werden mit dem Thema allein gelassen.“
Die Entscheidung der Eltern, die teilweise an die Öffentlichkeit gegangen waren, habe damit zu tun, dass die Betreuung der Inklusionskinder nicht halte, was ihnen versprochen worden war. „Hier sind riesengroße Erwartungen geweckt worden, die nicht eingehalten werden konnten.“

Dorenkamp sieht mit Blick auf die Tagesordnung am Donnerstag die Gefahr, dass weiterhin nur über Mangelverwaltung gesprochen wird. „Wir als FDP fordern zunächst einmal konkrete Zahlen und Fakten über den Stand der Inklusion in Hamm. Danach muss inhaltlich darüber gesprochen werden, wie sinnvollerweise weiter verfahren werden kann.“